Die Clane

Die Kinder der Nacht kennen nur wenige, allgemein anerkannte Regeln. Eine jener drei „Traditionen“ aber lautet: „Wenn du ein Kind erschaffst, so trägst du diese Bürde allein“.

Die Kinder der Nacht sehen den Erschaffer in Verantwortung für sein Kind. Und das oft unbegrenzt. Da ist kein Platz für ein „Was kann ich dafür?“ – der Erschaffer kann alles dafür, denn hätte er jenes Kind nicht erschaffen, wäre nichts passiert.

Auch aus diesem Grund ist der Akt der Erschaffung eines neuen Vampirs ein überaus wohl überlegter Akt: Nur die wenigsten Menschen eignen sich überhaupt dazu, in einem Vampir verwandelt zu werden – viele sterben einfach bei der Erschaffung, andere werden wahnsinnig oder löschen sich binnen kürzester Zeit aus.

Requiem

Die Gezeichneten

Die Kinder der Nacht glauben – mindestens in Berlin – dass nur bestimmte Menschen dazu auserkoren sind, verdammt zu werden. Es sind die vom Schicksal Gezeichneten, vom Dunkel und auch vom Bösen berührten, die es unter den Banalen, den Normalsterblichen zu finden gilt. Ein Mensch, der die innere Eignung dazu besitzt, die grausame Verwandlung in einen Untoten zu überstehen, wird Gezeichneter genannt. Und deren Lebensweg ist meist schon lange vor der Erschaffung – dem Kuss – von Leid und Übel geprägt.

Requiem

Die Erwählten

Wurde ein Gezeichneter gefunden, wird dieser in der Regel durch die, welche ihn gefunden hat, auch beansprucht: In einem Ritus empfängt er das Blut seines zukünftigen Erschaffers, durch das er einerseits die Kräfte eines Vampirdieners (Ghul) erhält und durch das er als Erwählter seiner zukünftigen Sippe gekennzeichnet wird. Durch das Blut seiner Erschafferin wird der Erwählte zudem auf den Geist seiner ganzen Familie eingestimmt und erfährt in den Nächten nach Empfang des Blutes viele Geheimnisse von seinen baldigen Familienangehörigen.

Ein Erwählter ist in Berlin damit ein Mensch, der zur Erschaffung fest vorgesehen ist. Und dieser gilt ab dem Zeitpunkt, da er so benannt ist, als Mitglied seiner Familie. Er mag durch seine eigene (zukünftige) Sippe misshandelt werden nach Belieben, aber für andere Sippen ist er schon mehr der kommende Vampir als der Mensch, der demnächst zu sterben bestimmt ist. Aus diesem Grund werden erwählte Menschen in Berlin viel höher geschätzt, oft sogar bereits umgarnt und von den Kabalen umworben, als es anderswo der Fall ist.

Der Akt der Erschaffung eines zuvor durch die Sippe Erwählten wird in Berlin Ernte genannt und traditionell öffentlich vollzogen, meist gemeinsam mit den anderen Vampirfamilien der Stadt, die sich oft versuchen bei der Ausgestaltung des Ernte-Ritus ihrer Erwählten gegenseitig zu übertrumpfen.

Requiem

Die Kinder der Nacht

Ein frisch erschaffenes Kind der Nacht spürt unabhängig weiterer Faktoren eine sofortige Sympathie zu seinem Erschaffer, denn es hat von seinem Blut gekostet und ist damit den ersten von drei Schritten in Richtung einer ewigen Versklavung in falscher Liebe gegangen, von der es keine Erlösung gibt.

Darüber hinaus ist es Mitglied seines Hauses, das aus allen direkt mit ihm direkt verwandten Kindern der Nacht in der Domäne Berlin besteht.

Zu allen Mitgliedern seines Hauses hat ein Kind der Nacht eine Art geistiger Verbindung: Es spürt, wenn diese sterben, vielleicht auch, wenn sie leiden, oder rasen, oder um Hilfe schreien, und möglicherweise, wo sie sich ungefähr befinden. Auch haben die Mitglieder eines Hauses größere Macht übereinander als über sonst irgend ein Kind der Nacht, und diese Verbindung schweißt die Sippe in ihrer Verdammung zusammen.

Nicht zuletzt gehören Kind und Erschaffer zum gleichen Blut, dem Clan, und teilen bestimmte magische Begabungen, aber auch Schwächen, sowie ein gemeinsames Wesen und Temperament, das typisch für diesen Clan (und in feineren Nuancen: dieses Haus) ist.

Die westliche Welt kennt fünf große Clane, fünf grundsätzliche Typen des Vampirseins, von denen jeder Vampir abzustammen scheint, obgleich niemand sagen kann, ob es wirklich nur fünf sind, warum es nur fünf sind und ob jene fünf von derselben „Ur-Linie“ abstammen oder völlig verschiedene Ursprünge haben.

Diese sind:

DAEVA | Die Sukkubi

Das Blut Daeva ist der Inbegriff des Vampirs als Verführer und Jäger unter den Menschen. Die meisten Daeva sind Opfer ihrer Sinneslust und leiden wie kein anderer Clan unter dem Gefühl der Abstumpfung und Gewöhnung, das jeden Vampir irgendwann ergreift. Viele Daeva suchen deshalb nach immer extremeren Sinneseindrücken und Wegen, ihre verschiedenen, mit zunehmendem Alter oft abartigen Gelüste auszuleben. Legendär sind die Gaben des Clanes, Gefühle von Freundschaft und Liebe in ihrem Gegenüber zu erwecken. Mehr über die Daeva erfährst du [HIER].

GANGREL | Die Wilden

Das Blut Gangrel ist der Inbegriff des Vampirs als vollendetes Raubtier und Geschöpf einer dunklen, bösartigen Natur. Auch ist es das Blut Gangrel, das über viele der legendären Kräfte der Vampire wie etwa die Verwandlung in einen Wolf, eine Fledermaus oder sogar in Nebel gebietet. (Anders als im Vorgänger-System von Requiem, wo es ebenfalls einen Clan dieses Namens gibt, verwandeln sich die Gangrel des Requiem-Systems im Laufe der Zeit nicht physisch immer mehr in Tiere). Im Laufe der Zeit wird den Gangrel immer stärker das tierische, raubtierhafte Denken zueigen, wodurch es ihnen schwerer fällt, menschliche Denkweisen und soziales Verhalten zu zeigen. Mehr über die Gangrel erfährst du [HIER].

MEKHET | Die Schatten

Das Blut Mekhet ist der Inbegriff des Vampirs als dunkler Gelehrter, Hüter der Geheimnisse und Kind der Dunkelheit. Mekhet gehen ihren Geschäften am Liebsten im Stillen nach. Durch ihre Gabe, sich unsichtbar machen, die Gedanken anderer zu lesen und sich überirdisch schnell bewegen zu können, gelten sie zu recht als annähernd allwissend und sehr gefährlich. Stärker noch als andere Vampire scheuen sie das Licht und suchen die dunkelsten und abgelegensten Orte auf, um neues Wissen zu erlangen. Mehr über die Mekhet erfährst du [HIER].

NOSFERATU | Die Mahre

Das Blut Nosferatu ist der Inbegriff des Vampirs als Wesen untoten Grauens und der ärgsten Alpträume der Menschen. Jeder Vertreter des Clanes strahlt etwas Unwirkliches, Alptraumhaftes aus, das aber keineswegs physischer Natur sein muss. (Anders als der Clan gleichen Namens bei Maskerade sind die Nosferatu keineswegs immer hässlich noch die verborgenen und zurückhaltenden „Underdogs“ der Vampirgesellschaft, sondern selbstbewusste, oft gnadenlos grausame Schrecken, die ihren gesellschaftlichen Stand mit brutalsten Mitteln verteidigen). Mehr über die Nosferatu erfährst du [HIER].

VENTRUE | Die Gebieter

Das Blut Ventrue ist der Inbegriff des Vampirs als dunkler Edelmann und Fürst der verborgenen Höfe der Nacht. Wie kein anderes Blut sind die Ventrue in der Verfolgung ihrer Ziele ausdauernd, kalt berechnend, zielstrebig und gewissenlos. (Anders als ihre gleichnamigen „Clansgeschwister“ im Vorgänger-System Maskerade haben die Ventrue bei Requiem keinerlei Einschränkung bei der Wahl ihrer Beute, laufen aber dafür Gefahr, im Laufe ihres Unlebens an einem fürchterlichen seelischen Zerfall zu erkranken und wahrhaftig zu „degenerierten Adeligen“ zu werden. Ebenfalls anders als das Maskerade-Pendant des Clanes können die Ventrue bei Requiem sich nicht nur Menschen, sondern auch das Tierreich Untertan machen). Mehr über die Ventrue erfährst du [HIER].

Neben den Clanen existiert zudem eine nicht näher bestimmbare Zahl von BLUTLINIEN, worunter man bestimmte Vampirfamilien versteht, die durch Eigenarten ihrer Verdammnis ein besonderes Erbe besitzen, welches sie vom Rest ihres Clanes abhebt. Im Besten wie im Bösesten.

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